Wake up! This is the final call for climat.

Der Klimawandel

Die Temperatur der Erdoberfläche ist seit Beginn der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts weltweit bereits um 1,1°C gestiegen, davon 0,5°C in den letzten 30 Jahren. In den Jahren 2015-2018 waren die Temperaturen sogar noch höher, als von KlimaforscherInnen prognostiziert[1]. Wissenschaftlichen Modellen zufolge, erreicht die globale Erwärmung 1,5°C zwischen 2030 und 2052[2], wenn sie mit der aktuellen Geschwindigkeit weiter zunimmt. Bis zum Jahr 2100 sollen die Temperaturen um 1,8 bis 4°C[3] ansteigen, wenn dem Hauptverursacher des Klimawandels – dem Emissionsausstoß von klimawirksamen Treibhausgasen - keine notwendigen Maßnahmen entgegengesetzt werden.

Natürliche Treibhausgase wie Wasserdampf (H2O), Kohlenstoffdioxid (CO2), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), Ozon (O3) und Methan (CH4) sind per se nicht schädlich, im Gegenteil – ohne sie würde die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf der Erde bei -18°C liegen und ein Leben auf der Erde wäre gar nicht möglich. Durch das Verbrennen fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle, das Roden von Wäldern sowie die Anwendung bestimmter landwirtschaftlicher Praktiken, hat sich die Konzentration der klimawirksamen Treibhausgase in der Atmosphäre jedoch stark erhöht. Der rasante Temperaturanstieg der letzten 100 Jahre ist also beinahe vollständig auf menschliche Einflüsse zurück zu führen[4].

Durchschnittlich 7.200 Kg Co2 pro Kopf produziert Herr und Frau Österreich pro Jahr[5]. Langfristig klimaverträglich wären ca. 1000 kg pro Kopf und Jahr[6]. Mit der langfristigen Überschreitung der CO2-Emissionen, riskieren wir Konsequenzen, die das Leben auf der Erde für die nachfolgenden Generationen unsicher macht.

Folgen des Klimawandels

Klimaveränderungen bedingen nicht nur den Anstieg der Oberflächentemperatur auf der Erde, sie bringen noch weitere schwerwiegende Folgen mit sich:

- das Aussterben unzähliger Pflanzen- und Tierarten durch die Verschmutzung und den Verlust von Lebensräumen

- Verlust der biologischen Vielfalt

- Wetterextreme wie Überflutungen, schwere Stürme und Dürreperioden

- Wasserknappheit durch den Verlust der Süßwasserspeicher durch Eis- und Gletscherschmelze

- Meeresspiegelanstieg und klimabedingte Massenmigrationen

- Verringerung der landwirtschaftlichen Erträge und Ernährungsunsicherheit

Doch nicht nur die zukünftigen Generationen sind von den Folgen des Klimawandels betroffen, auch heutzutage sind sie für viele Menschen bereits Realität.

Der Klimawandel und politische Bemühungen

Weltklimaabkommen:

Um dem Klimawandel mit all seinen Folgen entgegenzuwirken, haben sich im Dezember 2015 bei der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) um die 195 Vertragsparteien auf das rechtverbindliche „Weltklimaabkommen“ geeinigt, dass im November 2016 in Kraft getreten ist. Das Übereinkommen umfasst einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf 1,5°C begrenzen soll.

Eine Welt – Ein Plan: Die Sustainable Development Goals/ Agenda 2030

Die globale Agenda 2030 ist so eine Transformationsagenda, sie weist mit ihren 17 Zielen und 169 Unterzielen klar den Weg. Mit der Verabschiedung der SDGs wird deutlich, dass es auch in den höchsten politischen Kreisen angekommen ist, dass die Welt sich verändern muss und gemeinsam nach Auswegen aus globalen ökologischen und sozialen Krisen gesucht werden muss. Mit dieser Agenda leitet sich auch erstmals ein inhaltlicher Paradigmenwechsel ein: ALLE Länder gelten nunmehr als quasi „unterentwickelt“ – müssen ihre Beiträge für eine sozial nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise leisten. Es heißt auch, dass Industriestaaten beginnen (entwicklungs-)politisch kohärent zu handeln und sich aktiv an einer der SDG-förderlichen Umgestaltung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu beteiligen.

Die am 1. Jänner 2016 in Kraft getretenen 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen widmen das Ziel Nr. 13 speziell dem Klimaschutz.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass Polen und Österreich in Sachen Klimaschutz EU-weit das Schlusslicht bilden. In Österreich wird außerdem so viel Bodenfläche wie nirgendwo sonst in Europa versiegelt – dies bedeutet weniger Bäume zur Sauerstoffproduktion, weniger Ackerfläche zur Lebensmittelproduktion, weniger Lebensraum für Tiere. Nichts desto trotz ist die renommierte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb davon überzeugt, dass  die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte maximale Erderwärmung von 1,5°C noch zu schaffen ist.

„Es gibt noch eine Chance – wir brauchen nur den Willen dazu!“[7]

Wach auf! Dies ist die letzte Chance für unser Klima!

Es sind nicht nur politische Vereinbarungen, die das Weltklima retten können. Es liegt an jedem einzelnen von uns, als WeltbürgeInnen zu handeln und Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen! Es ist schon längst an der Zeit, unsere Konsum- und Lebensgewohnheiten neu zu überdenken und Aktionen zu setzen, um ein gutes Leben für alle und für künftige Generationen zu gewährleisten!

Ich und du, wir verändern unsere Welt, denn alles was wir tun, hat Auswirkungen  - sowohl im negativem als auch im positiven Sinn. Ob du nun regional, saisonal und biologisch deine Lebensmittel beziehst, mit dem Rad und dem Zug statt mit dem Auto fährst, du dein altes Smartphone so lange wie möglich nutzt, du nicht bei jeden neuen Modetrend mitziehst, du dein nächstes Urlaubsziel klimaneutral erreichst, du freitags deine Stimme für den Klimaschutz erhebst– das Klima wird es dir danken.  Jeder kleine Schritt ist nun wichtig, um unsere Erde und unser Klima zu schützen!

Global Citizenship Education als Teil der Lösung

Doch was hat eigentlich mein Smartphone mit dem Klima zu tun? Warum spare ich tausende Liter Wasser und schütze das Klima, wenn ich meinen Fleischkonsum einschränke? Und warum sollten wir alle Bäume pflanzen?

In einer globalisierten Welt, ist auch jede Handlung von einer globalen Perspektive aus zu betrachten. Dazu bedarf es Kompetenzen, die uns befähigen, weltweite Geschehnisse und deren Zusammenhänge zu verstehen, über den Tellerrand hinaus zu blicken, und die Welt als ein großes Ganzes wahrzunehmen.

Um diese Kompetenzen zu erlangen, bedarf es der Inkludierung eines Bildungsweges, der junge Menschen darin  ermutigt, kritisch zu sein, zu hinterfragen, sich als WeltbürgerInnen zu emanzipieren und Verantwortung zu übernehmen.

Globales Lernen bzw. Global Citizenship Education als Form zeitgemäßer und zukunftsfähiger Bildung leistet hier ihre Beiträge und hat auch in die meisten Lehrpläne bereits Einzug gefunden. Auch ein SDG-Unterziel (4.7.) bezieht sich direkt auf die Wichtigkeit von Global Citizenship Education: „Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die für nachhaltige Entwicklung notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, u.a. durch Bildung für nachhaltige Entwicklung, für nachhaltige Lebensweise, für Menschenrechte, für Gleichberechtigung der Geschlechter, durch Förderung einer Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit, durch Global Citizenship Education und Wertschätzung kultureller Vielfalt und durch den Beitrag der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung.[8]“

Eine strukturelle Veränderung „von oben“ ist ebenso wichtig, wie eine informierte, starke Zivilgesellschaft, die den Wandel „von unten“ einleiten kann:

WE ARE THE CHANGE!
TAKE ACTION FOR THE CLIMATE –

Handle jetzt für unser Klima!

Ein Kommentar von Elisabeth Nagy 
(Stand: Septemer 2019)

Quellenangaben:

[1] www.bluehendesoesterreich.at/naturmagazin/klimawandel-bedrohung-oder-chance

[2] IPCC-Sonderbericht über 1,5°C globale Erwärmung, S.2 (2018)

[3] www.unis.unvienna.org/unis/de/thematic_info_climate_change_intro.html

[4] IPCC-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme, S. 2 ff (2019)

[5] https://de.statista.com/infografik/16282/co2-emissionen-pro-kopf/

[6] http://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Klimatipps.pdf

[7] www.bluehendesoesterreich.at/naturmagazin/klimawandel-bedrohung-oder-chance

[8] www.unesco.at/bildung/bildung-2030/bildungsagenda-2030/

TED: What does it mean to be a citizen of the world?

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(c)Bild: Screenshot aus https://www.ted.com/talks/

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